Gemeinwohlorientierte Organisationen (GWOs) wollen Wirkung erzielen – aber oft bleibt unklar, wie genau diese Wirkung eigentlich entsteht. Projekte laufen, Aktivitäten finden statt, Zahlen werden berichtet. Doch die Verbindung zwischen dem, was investiert wird, und dem, was sich tatsächlich verändert, bleibt diffus. Genau hier setzt die IOOI-Methode an: Sie macht sichtbar, wie aus Ressourcen konkrete gesellschaftliche Wirkung wird – und wo Annahmen vielleicht nicht aufgehen.
Dieser Artikel zeigt, was hinter IOOI steckt, warum die Methode für GWOs besonders relevant ist und wie ihr sie praktisch nutzen könnt.
Was ist die IOOI-Methode?
IOOI steht für:
- Input – Welche Ressourcen setzt ihr ein? (z. B. Zeit, Geld, Personal)
- Output – Was produziert ihr konkret? (z. B. Workshops, Materialien, Teilnehmende)
- Outcome – Was verändert sich bei eurer Zielgruppe? (z. B. Wissen, Verhalten, Einstellungen)
- Impact – Welchen gesellschaftlichen Beitrag leistet ihr langfristig?
Die Methode hilft dabei, diese vier Ebenen systematisch miteinander zu verknüpfen – statt sie isoliert zu betrachten.
Der entscheidende Unterschied:
Viele Organisationen bleiben auf der Output-Ebene stehen („Wir haben 10 Workshops gemacht“).
IOOI zwingt dazu, weiterzudenken: Was hat das eigentlich verändert – und warum?
Warum IOOI besonders für GWOs wichtig ist
Gemeinwohlorientierte Organisationen stehen oft unter doppeltem Druck:
Sie müssen Wirkung zeigen – und gleichzeitig Ressourcen effizient einsetzen.
Die IOOI-Methode hilft, genau diese Spannung aufzulösen:
- Sie schafft Klarheit, was Wirkung wirklich bedeutet (über Output hinaus)
- Sie macht Annahmen überprüfbar, statt sie nur zu behaupten
- Sie verbindet operative Arbeit mit strategischer Wirkung
- Sie verbessert Kommunikation – intern wie extern (z. B. gegenüber Fördermittelgebern)
Kurz: IOOI macht Wirkung steuerbar, nicht nur beschreibbar.
IOOI konkret anwenden – Schritt für Schritt
Damit IOOI nicht abstrakt bleibt, hilft es, die Methode einmal konsequent an einem konkreten Projekt durchzuspielen. Wichtig ist dabei: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Klarheit.
Tragt eure Antworten am besten direkt in den hej IOOI Canvas ein (weiter unten)!
Schritt 1: Impact definieren
Startet mit der Frage:
Welchen gesellschaftlichen Beitrag wollen wir leisten?
Beispiel:
Mehr Väter übernehmen aktiv Care-Arbeit und nutzen familienfreundliche Angebote.
Wichtig:
Impact ist langfristig, nicht direkt messbar und liegt oft außerhalb eurer direkten Kontrolle.
Schritt 2: Outcome herunterbrechen
Was muss sich konkret bei eurer Zielgruppe verändern, damit dieser Impact entsteht?
Beispiel:
- Väter kennen ihre Möglichkeiten im Unternehmen
- Väter fühlen sich legitimiert, Angebote zu nutzen
- Führungskräfte unterstützen aktive Vaterschaft
Outcome ist der entscheidende Hebel – hier entsteht dann die langfristige Wirkung.
Schritt 3: Output ableiten
Was tut ihr konkret, um diesen Outcome zu erreichen?
Beispiel:
- Workshops für Führungskräfte
- Informationsformate für Mitarbeitende
- interne Kampagnen
Hier wird oft sichtbar, dass manche Aktivitäten gar nicht klar auf den Outcome einzahlen.
Schritt 4: Input bewusst planen
Welche Ressourcen setzt ihr dafür ein?
Beispiel:
- Budget für externe Trainer:innen
- interne Zeitressourcen
- Kommunikationskapazitäten
Jetzt wird auch klar: Wo lohnt sich der Ressourceneinsatz – und wo nicht?
Der entscheidende Schritt: Verbindungen prüfen
Der eigentliche Mehrwert von IOOI entsteht nicht durch die vier Felder – sondern durch die Frage:
Ist die Verbindung zwischen den Ebenen plausibel?
Zum Beispiel:
- Führt ein Workshop wirklich dazu, dass sich Verhalten ändert?
- Reicht Information aus, um Unsicherheiten abzubauen?
- Welche Annahmen trefft ihr – und stimmen die auch?
IOOI macht also eure Wirkungshypothesen sichtbar.
Typische Stolperfallen in der Anwendung
Wenn IOOI nicht funktioniert, liegt es meist an diesen Punkten:
- Outcome wird zu vage formuliert („Bewusstsein schaffen“)
- Output wird nicht kritisch hinterfragt („haben wir schon immer so gemacht“)
- Impact wird zu nah am Outcome definiert
- Verbindungen zwischen den Ebenen werden nicht geprüft
Mini-Check für euren IOOI-Canvas
Ihr seid auf einem guten Weg, wenn ihr diese Fragen beantworten könnt:
- Können wir erklären, warum unsere Aktivitäten Wirkung erzeugen?
- Wissen wir, welcher Outcome für uns wirklich entscheidend ist?
- Gibt es Aktivitäten, die wir streichen könnten, ohne Wirkung zu verlieren?
- Sind unsere Annahmen explizit – oder nur implizit vorhanden?