Internationaler Männertag in der Staatskanzlei Nordrhein Westfalen

Der Internationale Männertag am 20. November 2025 in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen wurde in diesem Jahr zu einem starken Signal für eine moderne, partnerschaftliche Gleichstellungspolitik. Auf Einladung der Gleichstellungsstelle brachte Heiner Fischer, Geschäftsführer und Co-Founder der hej impact GmbH, seine Perspektive auf zeitgemäße Väterarbeit in den politischen Diskurs ein.

Die Veranstaltung, organisiert vom Team der Gleichstellung um Susanne Hilgert und Lea Hansen, überzeugte durch inhaltliche Tiefe und eine Atmosphäre, die Dialog auf Augenhöhe ermöglichte. Im Zentrum stand die Frage, wie Männer konstruktiv in gesellschaftliche Transformationsprozesse eingebunden werden können, ohne Gleichstellung als Gegeneinander zu inszenieren.

Ein prägender Moment des Abends ergab sich, als Minister Nathanael Liminski während des Panels Platz nahm und sich aktiv in den Austausch einbrachte. Während Heiner Fischer über seine persönliche Motivation und seinen Weg in die Väterarbeit sprach, zeigte sich der Minister aufmerksam und nahbar. Liminski betonte seine eigene Rolle als Vater und machte deutlich, dass er den Internationalen Männertag bewusst begleiten wolle. Für die Teilnehmenden wurde damit sichtbar, dass politische Verantwortung und persönliche Haltung keine Gegensätze sein müssen, sondern sich gegenseitig stärken können.

Den wissenschaftlichen Rahmen setzte Professorin Dr. Diana Lengersdorf im Gespräch mit Robin Teller. Sie zeichnete ein differenziertes Bild vom Wandel der Männlichkeitsbilder. Der klassische Versorger für die Familie entwickle sich zunehmend zum Versorger in der Familie. Diese Verschiebung markiere einen kulturellen Umbruch, sei jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Besonders deutlich wurde eine zentrale Leerstelle: Während die Forschung umfangreiche Erkenntnisse über Geschlechterrollen und Elternschaft liefere, gebe es kaum belastbare Daten zur Wirksamkeit konkreter Väterangebote. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.

Heiner Fischer brachte die Perspektive von hej impact in die Diskussion ein und betonte, dass Veränderung nicht allein bei individuellen Einstellungen beginne. Es brauche gezielte Angebote, die Väter begleiten, bestärken und auch herausfordern. Gleichzeitig seien strukturelle Rahmenbedingungen entscheidend. Arbeitgeber müssten Gleichstellung konsequent umsetzen. Politik müsse verbindliche Leitplanken schaffen. Familienfreistellung nach der Geburt eines Kindes sei kein Randthema, sondern ein Kerninstrument moderner Gleichstellungspolitik.

Ein weiterer zentraler Impuls des Abends betraf die Debatte um neue Männlichkeit. Heiner Fischer plädierte für eine klare und reflektierte Haltung. Neue Männlichkeit dürfe weder zu einem symbolischen Wettbewerb unter progressiven Vätern werden noch in einer vollständigen Auflösung von Rollenbegriffen enden. Wenn Begriffe wie Vater, Mutter, Mann oder Frau inhaltlich entleert würden, entstehe ein Vakuum, das von polarisierenden Stimmen gefüllt werde. Nachhaltige Veränderung brauche Orientierung, Dialogfähigkeit und eine gemeinsame Vision.

Aus Sicht von hej impact lässt sich der Ansatz prägnant zusammenfassen: Männer stärken, damit Gleichstellung gelingt. Die Förderung von Vätern ist kein Gegenmodell zur Frauenförderung, sondern ihre konsequente Ergänzung. Wenn Männer Verantwortung in Familie und Care Arbeit übernehmen, entstehen neue Freiräume für alle Beteiligten. Gleichstellung ist kein Nullsummenspiel, sondern ein gesellschaftlicher Gewinn.

Der Internationale Männertag in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, dass Väterpolitik zunehmend als strategisches Zukunftsthema verstanden wird. hej impact versteht diesen Dialog als Auftrag und als Bestätigung zugleich. Männer sind nicht das Problem. Sie sind ein zentraler Teil der Lösung.