hej impact beim Vereinbarkeit.jetzt Award bei RTL Deutschland

Beim Vereinbarkeit.jetzt Award von RTL Deutschland wurde deutlich, dass moderne Vereinbarkeitspolitik einen Perspektivwechsel braucht. Sie darf weder als reines Frauenthema verhandelt noch als individuelles Durchhalteprojekt verstanden werden. Vielmehr geht es um gemeinsame Verantwortung von Müttern, Vätern und Unternehmen. hej impact war mit einem eigenen Beitrag vor Ort und setzte ein klares Zeichen für die Sichtbarkeit von Vätern.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte Heiner Fischer, Geschäftsführer und Co Founder der hej impact GmbH, bewusst abgewogen, ob eine Teilnahme das richtige Signal senden würde. Zu häufig werde Väterarbeit zwar wohlwollend erwähnt, strukturell jedoch nicht konsequent mitgedacht. Entscheidend für die Zusage war die klare Haltung von Initiatorin Nadine Quosdorf. Ihr Ansatz zielt darauf ab, Vereinbarkeit aus einer einseitigen Perspektive zu lösen und als gemeinsames Gestaltungsfeld zu begreifen. Damit war die Grundlage für einen Dialog auf Augenhöhe gelegt.

Der Award selbst entwickelte eine Dynamik, die über symbolische Gesten hinausging. In zahlreichen Gesprächen zeigte sich eine bemerkenswerte Offenheit. Persönliche Erfahrungen, berufliche Herausforderungen und gesellschaftliche Erwartungen wurden differenziert diskutiert. Mit Persönlichkeiten wie Bob Blume, Lilly Wagner, Jule Jankowski, Sabine Rath, Isabel Gebien, Gunter Beetz und Andreas Seltmann entstanden intensive Gespräche über Verantwortung, Rollenbilder und strukturelle Veränderung.

Mit Mattias Hassemer, Dagmar Weßler Poßberg, Mike Schäfer und Robert Frischbier wurde deutlich, wie stark Väter selbst als Treiber von Veränderungsprozessen wirken können. Gleichzeitig unterstrichen Stimmen wie Johanna Bing, Franziska Büschelberger, Katrin Fuchs, Katja Kaltenbach und Jana Schandua, dass progressive Männer eine zentrale Rolle für echte Gleichstellung spielen. Vereinbarkeit gelingt nicht durch Verschiebung von Belastungen, sondern durch partnerschaftliche Neuverteilung von Verantwortung.

Auch die Präsenz von Julia Rambow, Linda Robbers und Papa Influencer Felix Schenk unterstrich, wie vielfältig die Perspektiven auf moderne Elternschaft inzwischen sind. Sichtbarkeit entsteht dort, wo unterschiedliche Erfahrungswelten zusammenkommen und ernst genommen werden.

Besondere Aufmerksamkeit zog der Stand von hej impact auf sich, der direkt am Eingang positioniert war. Mit einem umfunktionierten Flugzeugtrolley lud das Team Besucherinnen und Besucher symbolisch dazu ein, für bessere Vereinbarkeit einzuchecken. Viele hielten den Stand zunächst für die offizielle Anmeldung, was die Präsenz zusätzlich verstärkte. Die Botschaft war bewusst gewählt: Vereinbarkeit gelingt nur, wenn Väter mit an Bord sind. Eine begleitende Verlosung eines Segelfluges greift dieses Bild spielerisch auf und wird in den kommenden Tagen aufgelöst.

Ein besonderer Dank gilt der BARMER, vertreten durch Simone Schwering und Sevil Yousefi, die Vereinbarkeit als gemeinsames Projekt von Müttern, Vätern und Unternehmen verstehen und diesen Ansatz aktiv unterstützen. Ebenso würdigt hej impact die kreative und strategische Vorbereitung durch Alyssa Leven und Judith van Bühren, die den Auftritt maßgeblich mitgestaltet haben.

Trotz der positiven Resonanz wurde auch deutlich, dass Väter in öffentlichen Debatten und auf großen Bühnen weiterhin unterrepräsentiert sind. Modelle, die auf individuellen Privilegien beruhen, können keine flächendeckende Lösung sein. Wenn Vereinbarkeit ihrem Anspruch gerecht werden soll, braucht es strukturelle Veränderungen und eine gleichberechtigte Präsenz von Vätern in Medien, Unternehmen, Politik und Familien.

Der Vereinbarkeit.jetzt Award markiert damit keinen Abschluss, sondern einen Auftakt. hej impact versteht die Veranstaltung als wichtigen Impuls und als Einladung, den Diskurs weiterzuführen. Vereinbarkeit ist kein Frauenproblem. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam gelingen kann.