Solo zu gründen ist kein Ausnahmefall, sondern für viele der naheliegende erste Schritt: schnell, unabhängig, ohne Abstimmungsaufwand. Trotzdem sind Solo-Gründungen besonders anfällig, weil sich bestimmte Risiken bei einer Einzelgründung bündeln. Erfahrt hier im Artikel,welche das sind und wie ihr sie meistern könnt.
Gründen in Deutschland
Solo ist der Normalfall – nicht die Ausnahme
So wird in Deutschland gegründet
Wie viele bestehen noch?
Rund ein Drittel ist bereits nach drei Jahren wieder beendet.
Auffällig: Der weitaus größte Teil der Abbrüche passiert nicht aus wirtschaftlichem Zwang, sondern aus persönlichen Gründen – familiäre Belastung, Stress, Krankheit, Unzufriedenheit mit dem Einkommen oder eine bessere Jobalternative. Genau hier ist die Solo-Gründung am verletzlichsten: Sie hängt an einer Person.
Quellen: Gründungsform (18 % Teamgründungen, übrige Sologründungen) aus dem KfW-Gründungsmonitor 2025 (Daten 2024). Bestandsfestigkeit (≈ ein Drittel binnen drei Jahren beendet, nach 60 Monaten ≈ 60 % aktiv) und Abbruchgründe aus der zugehörigen KfW-Pressemitteilung. Werte gerundet.
Anders als oft angenommen ist Alleingründung in Deutschland die Regel: Laut KfW-Gründungsmonitor sind nur rund 18 % aller Existenzgründungen Teamgründungen – die große Mehrheit startet solo. Das hohe Team-Niveau, das man aus der Startup-Welt kennt, gilt nur für ein schmales Segment innovativer, wachstumsorientierter Startups (Quelle: Deutscher Startup Monitor). Im breiten Gründungsgeschehen sieht es umgekehrt aus.
Gerade weil Solo-Gründung so verbreitet ist, lohnt der nüchterne Blick auf ihre Risiken. Die KfW-Daten geben dafür einen klaren Hinweis: Rund ein Drittel der Gründungen wird binnen drei Jahren wieder beendet, nach fünf Jahren ist noch etwa die Hälfte bis 60 % aktiv. Und der weitaus größte Teil dieser Abbrüche passiert nicht aus wirtschaftlichem Zwang, sondern aus persönlichen Gründen – familiäre Belastung, Stress, Krankheit, Unzufriedenheit mit dem Einkommen oder eine bessere Jobalternative (Quelle: kfw).
Genau das ist der wunde Punkt einer Solo-Gründung: Sie hängt an einer einzigen Person. Fällt diese aus oder verliert die Motivation, gibt es niemanden, der auffängt. Dass mehr Köpfe automatisch besser wären, stimmt dabei nicht – eine Wharton-Studie fand sogar, dass Solo-Gründungen teils besser abschnitten, weil Teams auch eine Quelle von Konflikten sind. Entscheidend ist nicht die Zahl der Gründenden, sondern ob das vorhanden ist, was ein zweiter Kopf mitbringt: ein Korrektiv, Entlastung und ergänzende Stärken.
Die typischen Bruchstellen
- Alles auf einer Schulter: Fällt die eine Person aus, steht alles still. Keine Redundanz, keine Vertretung.
- Fehlendes Korrektiv: Wer allein entscheidet, bestätigt sich selbst. Fehler fallen spät auf.
- Alle Stärken in einer Hand: Strategie, Vertrieb, Operatives, Finanzen – schwache Bereiche bleiben schwach und werden zum Engpass.
- Belastung ohne Ventil: Druck und Zweifel bleiben vollständig bei einer Person. Eine der häufigsten stillen Ursachen für aufgegebene Gründungen.
Was hilft, wenn ihr (zunächst) allein gründet
Ein Korrektiv organisieren (Beirat, Mentor*in, Peer-Gruppe – regelmäßig, nicht erst im Krisenfall). Früh operativ entlasten (erster Hire oder feste Freelancerin). In Rollen statt Personen denken. Delegieren üben. Und die Lebensrealität einplanen: Solo heißt kein Puffer – Vertretungsregelung und Notfallplan gehören früh dazu. Schau dir dazu direkt unseren Artikel zum Team-Aufbau an:
Allein starten, nicht allein bleiben
Das Problem ist nicht, allein zu starten – sondern strukturell allein zu bleiben: ohne Korrektiv, ohne Entlastung, ohne Vertretung. Die erste unternehmerische Aufgabe einer Solo-Gründung ist deshalb die ehrliche Frage, welche Funktion eines Mitgründungsteams gerade am meisten fehlt – und wie man sie ersetzt, bevor sie zum Bruch führt.